„Bitte schneidet mir nicht die Hände ab. Ich werde mich nicht wehren in dem Feuer, das mich zu Jesus bringt“,

flehte Yusufu, der jüngste jener drei Pagen am Hof des Königs Mwanga. Er war erst 11 Jahre alt. Es war der 3.Juni 1886. Mwanga wollte das im 19.Jahrhundert in Uganda aufkeimende Christentum vernichten.
Yusufu und seine beiden Freunde wurden zusammen mit etlichen anderen jungen Pagen sorgfältig in Riedmatten gebunden, Katholiken und Anglikaner zusammen, und in die Mitte der Scheiterhaufen gestellt. Hunderte Menschen sammelten sich auf dem Hinrichtungsplatz. Einige weinten, andere spotteten. Die Eltern flehten die verurteilten Knaben an, aber deren Entschluss stand fest. Sie weigerten sich, ihrem neuen Glauben an Jesus Christus, ihrem auferstandenen Herrn und Meister, abzuschwören. Stattdessen stimm-ten sie eine Lobeshymne auf die himmlischen Freuden an: ‚Singet ein Lob auf die Stadt, die Gott gemacht hat’
Dann kam das Signal zur Entzündung der Feuer. Aber anstelle der üblichen Klagen und Schreie wurde die Stille nur vom Krachen des Holzes und von leisem Schluchzen, Beten und Singen unterbrochen. Der einzige Mensch, den man klagen hörte, war der Scharf-richter. Man hatte ihn gezwungen, seinen eigenen Sohn zu verbrennen.
König Mwanga war unerwartet von einer erfolglosen Nilpferdjagd zurück und stellte fest, dass die meisten Pagen fehlten. Mwanga kochte vor Zorn. Da sie nicht mit seiner Rückkehr gerechnet hatten, waren sie in kleinen Gruppen beim Studium der heiligen Schriften.
Sie ermutigten einander mit Worten aus dem Matthäus-Evangelium: „Wer nun mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater.“ (10,32)
Yusufu und den anderen jugendlichen Märtyrern folgte Jahre später Erzbischof Janani. Idi Amin ließ in grausam töten.
Am Tage seines Todes kamen wir zufällig an einem leeren Grab vorbei, ein klaffendes Loch in der Erde. Die Worte des Engels am Grab kamen uns in den Sinn: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ (Margaret Ford)

Gott segne euch alle!
Klaus und Ruth Schonhardt
Quelle: „Janani – Lebensgeschichte eines Märtyrers von Margaret Ford / Hänssler 1980)

